Motto der Diözese Pilsen für das Jahr 2019

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01.01.2019
Im ersten Hirtenbrief des neuen Jahres stellt Bischof Tomáš das Motto der Diözese Pilsen für das Jahr 2019 vor. Die Übersetzung des Hirtenbriefs wird in einer gekürzten Version angeboten.

Schwestern und Brüder,

ein Jahr ist vergangen und aufs Neue grüße ich Sie zum neuen Jahr und für das kommende Jahr 2019 wünsche ich Ihnen dasselbe, was bereits vor ungefähr 2000 Jahren der Apostel Paulus seiner Kirche von Ephesus gewünscht hat und was auch in unserer Zeit als Wunsch von höchster Bedeutung ist.

Mit den Worten des heiligen Paulus wünsche ich Ihnen:

dass ihr aufgrund des Reichtums seiner Herrlichkeit in Bezug auf den inneren Menschen durch seinen Geist an Kraft und Stärke zunehmt. Durch den Glauben wohne Christus in euren Herzen, in der Liebe verwurzelt und auf sie gegründet. So sollt ihr mit allen Heiligen dazu fähig sein, die Länge und Breite, die Höhe und die Tiefe zu ermessen“ (Eph 3,16-18).

Nur dann nämlich, wenn wir wirklich in der Liebe verankert und unser Leben mit der Freude Gottes erfüllt sind, weil wir persönlich die Kraft und Schönheit des Lebens mit IHM erkannt haben, nur dann können wir innerlich völlig dem zustimmen, wozu uns Papst Franziskus mit seiner Entscheidung ruft: das kommende Jahr mit einer Erneuerung des missionarischen Charakters unserer Kirche zu verbinden.

Aufgrund meiner eigenen Erfahrungen bin ich zutiefst überzeugt – und ich bekenne das mit Scham – dass wir als ordentliche und verdienstvolle Katholiken diese Erneuerung missionarischen Bewusstseins wirklich sehr nötig haben.

Christentum ist von seinem Wesen her eine missionarische Religion, Christen sind Menschen, welche sich danach sehnen sollten, ihre Freude aus dem Glauben mit anderen zu teilen, frei und ohne Hemmungen das anzubieten, was dieser Schatz ist, welchen sie verborgen im Acker gefunden haben – nämlich die persönliche Begegnung mit dem lebendigen und guten Gott.

Daher ist es sehr wichtig, dass uns Papst Franziskus für das kommende Jahr nachdrücklich daran erinnert, wie sehr wir irren, wenn wir überzeugt davon sind, dass missionarische Bemühungen nicht zu uns gehören oder zumindest nicht zu uns gehören müssen. Der Satz, den Jesus vor seinen Jüngern aussprach: „Geht in die ganze Welt und verkündet das Evangelium“ ist ein Auftrag unseres auferstandenen Herrn und Erlösers für jeden von uns. Ich habe darum diese Aufforderung Jesu als diesjähriges Motto für unsere Diözese gewählt.

Dieses Motto zu erfüllen bedeutet schöpferisch und gleichzeitig mit Demut und gesundem Menschenverstand die Wege und geeigneten Formen zu suchen, wie diesen Aufruf unseres Herrn gerade wir verwirklichen/realisieren sollen. Und das hier und jetzt. Es ist nämlich gemäß meiner tiefsten Überzeugung nicht möglich, eine allgemein brauchbare Weise zu verordnen oder vorzuschreiben, wie die Aufforderung zur Mission in unserer Diözese realisiert werden kann. Es wird sicherlich eine Menge gesegneter Zugänge und Wege geben und sie werden sich je nach unserer Kraft, unseren verschiedenen Begabungen oder der konkreten Situation, in der sich ein jeder von uns zurzeit befindet, unterscheiden.

Möglicherweise scheint es uns, dass es zum Verkünden der Frohen Botschaft vielleicht irgendeiner besonderen Qualifikation, irgendwelcher speziellen religiösen Kenntnissen oder irgendwelchen fachlichen Vorbereitungen bedarf. Aber das ist nicht wahr. Das einzige, was wirklich und bedingungslos nötig ist, ist die Begeisterung für Christus. Ein Herz, das brennt. Papst Franziskus sagt klar, dass in unserer Kirche die Aufteilung aufhören muss zwischen angeblich gut vorbereiteten und geschulten Predigern und Missionaren auf der einen Seite und unmündigen Jüngern auf der anderen Seite, die nur wollen, dass ihnen das, was sie zu denken oder zu tun haben, eindeutig und bis ins Detail eben durch die gut Vorbereiteten und Geschulten mittgeteilt wird. Der Papst fordert uns alle auf, dass wir immer wieder aufs Neue Jünger werden und gleichzeitig auch in ein und demselben Augenblick in uns die Einladung Gottes beleben, aus eigener Glaubenserfahrung Bekenner vor den Andern und Missionare zu werden.

Schwestern und Brüder, versuchen wir das in der Kraft des Geistes Gottes, haben wir keine Angst! Treten wir ein in das Jahr 2019 wie die Jünger Jesu, die bereit sind, in ihrer Umgebung missionarisch zu wirken. Gott ist auf unserer Seite und Papst Franziskus drückt uns sicher die Daumen vor dem Herrn, damit dieser sein Aufruf zur Mission nicht umsonst gewesen ist.

Ich wünsche Ihnen auf jeden Fall ein gesegnetes Jahr 2019!

Ihr Bischof Tomáš
(gekürzter Hirtenbrief des Pilsner Bischofs Tomáš Holub)

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